Großer Run auf kleinenMann

Das Evolution Mallorca International Film Festival hat begonnen, und einer stand drei Tage lang im Zentrum der Aufmerksamkeit: Danny DeVito. Wo immer der Hollywoodstar auftauchte, schüttelte er Hände, posierte geduldig für Selfies und stellte sich den Fragen seiner Fans.

Wie ein Fürst hält er dort Hof, nur eben mit Basecap statt Krone, schwarzem Sakko statt Purpurmantel und einem Glas Wein statt Zepter. Für jeden, der ihm vorgestellt wird oder sich selbst vorstellt, hat er freundlicheWorte übrig. Und weiter geht es mit Danny hier, Danny da.Wenig später, vor und im Teatre Principal, lächelt er geduldig in die zahlreichen Kameras und Smartphones, die auf ihn gerichtet waren, hält willig still, um für das ein oder andere Selfie mit Star zu posieren: Nichts scheint ihm zu viel, nichts zu lästig. Sogar eine launige Dankesrede hat er parat, nachdem ihm der Evolution Honorary Award für sein Lebenswerk verliehen worden ist. Ein Kerl aus New Jersey, „der nur fünf Fuß groß ist und nicht wie Cary Grant aussieht“, so ein Kerl müsse doch wohl verrückt sein, Schauspieler werden zu wollen, plaudert er über die Anfänge seiner Karriere. Auch darüber, dass er „einer von den Typen“ in dem populären Film„Einer flog über das Kuckucksnest“ gewesen sei. De Vito erinnert zudem daran, wie er in der TV-Serie „Taxi“, mit der er als Schauspieler bekannt wurde, hieß: Louie – Kunstpause –De Palma. 25 Jahre, nachdem er Michael Douglas auf Mallorca besucht habe, sei er nun wieder hier: „Ich genieße Ihre wundervolle Stadt und trinke seit ungefähr zehn Uhr morgens Wein“, scherzt er leutselig.Mit Gelächter und Applaus dankte es ihm das Publikum. Unter den Gästen: Politiker wie der Kulturdezernent und der Wirtschaftsdezernent des Inselrats Francesc Miralles und Cosme Bonet, Cineasten wie Toni Bestard und Marcos Cabotà, der in perfektem Englisch die Laudatio auf De Vito hielt, das gesamte Team des Bürgerkriegsdramas „El Destierro“, mit dem das Festival eröffnet, die Schauspielerin Claudia Eisinger, die Regisseure Pep Bonet und Florian Gottschick, Pedro Barbadillo, Leiter der Mallorca Film Commission, und Nekane Aramburu, Direktorin des Museums Es Baluard. Ebenso die deutsche Konsulin Sabine Lammers und die Silber-Hauptsponsorin Heidi Stadler (First Mallorca). Nicht zu vergessen der irische Schauspieler Colm Meaney, der sich diskret im Hintergrund hält und dennoch mit Applaus bedacht wird. Tag zwei des Festivals. Erneut steht De Vito im Mittelpunkt. Morgens schlendert er mit Sohn Jake und Festivaldirektorin Sandra Seeling durch die Altstadt, schüttelt dieHände von Passanten und posiert wieder geduldig für Selfies mit seinen Fans. Am Abend der Kurz film block „Family First“ im Cine ciutat, mit „Curmudgeons“ (Grantler) am Ende. De Vito führte die Regie, stand mit Tochter Lucy und David Margolies als Protagonist vor der Kamera, produzierte den Streifen mit Lucy und Sohn Jake. Der Film handelt von zwei Senioren, Ralph und Jackie, im Altersheim, die beschließen, den Rest ihrer Tage als Paar zu verbringen. Voller Humor, Schimpfworte und Poesie, endet er damit, dass Jackie seinen Kopf an die Schulter von Ralph lehnt, der eine glücklich „Scheißkerl“ sagt, der andere versonnen „Arschloch“ antwortet. Aus der hintersten Reihe und Popcorn futternd, verfolgen Vater und Sohn die Vorführung.

Danach Am Ende werden wir zu einer Bande von Scheißkerlen“ nehmen sie sich Zeit für die Fragen des Publikums. Warum der Titel „Curmudgeons“? „Weil wir am Ende zu einer Bande von Scheißkerlen werden“, meint De Vito verschmitzt. Wie die Arbeit im Familienverbund gewesen sei? „Theoretisch arbeiteten meine Kinder und ich zusammen, aber vom Moment ihrer Geburt an sagen sie dir schon, was du zu machen hast“, scherzt er. Was er über die Liebe zweier Greise denke? „Man muss dem Herzen folgen“, sagt er und Sohn Jake fügt hinzu: „Je älter man wird, desto weniger bedeutet es einem, was die anderen über einen denken. Das ist ein Ausdruck maximaler Freiheit.“ Auch zum dritten Termin erscheint De Vito. Wegen des Wetters wurde „Der Rosenkrieg“ von Port Adriano ins Cine ciutat verlegt. De Vito erzählt, wie er imzugemüllten Auto des AutorsMichael Leeson auf etwas trat: das Drehbuch von „Der Rosenkrieg“. Mit seinemFußabdruck auf dem Deckel, habe er es übers Wochenende gelesen und alles andere stehen und liegen lassen, um den Film zu drehen. Spricht‘s und verlässt freundlich winkend das Kino, bevor der Film beginnt.

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